Friedrich-von-Schiller Gemeinschaftsschule Reilingen

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InteGreater an der Friedrich-von-Schiller-Gemeinschaftsschule

InteGREATer in der 8a und 9a
Am Montag, 26.11.2018 besuchten uns die InteGREATer zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres, in diesem Schuljahr in der Klasse 8a von Herrn Seitz und erneut in der Klasse 9a von Frau Erlitz. Die InteGREATER sind ein Verein, der sich hauptsächlich aus jungen Leuten mit Migrationshintergrund zusammensetzt, die im Bildungssystem etwas erreicht haben. Wie sie das geschafft haben, wollten sie unseren Schülerinnen und Schülern näherbringen. Es geht darum, begannen die beiden, Lust für Bildung zu bekommen, damit Integration gelingt. Übrigens, so erzählten uns Soba und Warda von den InteGREATern, Integration muss nicht nur bedeuten, sich mit ausländischen Wurzeln in Deutschland einzugliedern, sondern kann in jeder Lebenslage mit und durch alle geschehen. Wir alle integrieren uns tagtäglich in Gruppen, Gemeinschaften oder in der Gesellschaft, egal welcher Nationalität wir angehören. Ein wichtiger Gelingensfaktor zur Integration ist die Bildung.
Soba, die z. B. aus dem Iran kam, besuchte zuerst eine Hauptschule, dann die Realschule und machte schließlich ihr Abitur. Sie studierte dann BWL und arbeitet heute in einem Pharmaunternehmen in Damstadt. Sie erzählte den Schülerinnen und Schülern der Klasse 8a, dass ihre Eltern sie nach Ankunft aus dem Iran, als sie kein einziges Wort Deutsch sprach, zu einem Sprachkurs schickten.
Warda, 22 und eine aus dem Irak stammende Kurdin, erzählte uns in ihrer spannenden Geschichte, wie sie neunjährig mit ihren Eltern während des Irakkrieges flüchtete. Zuerst ging ihre Familie in den Iran, wo sie jedoch als Kurdin unterdrückt wurde, so dass ihre Familie entschied, ganz, ganz weit weg zu gehen, um ein Leben in Freiheit beginnen zu können. Als Neunjährige besuchte sie in Niedersachsen eine erste Klasse, wo sie sich anfangs nicht nur zu alt, sondern auch zu dumm fühlte, wie sie beschrieb, weil sie einfach kein Wort Deutsch verstand. Sie begann Schulbücher immer und immer wieder zu lesen, um die deutsche Sprache zu verstehen, begann im Internet zu recherchieren, um sich in Eigenregie Deutsch beizubringen. So wurde sie als Fünftklässlerin sogar im Fach Deutsch Klassenbeste und begann dann, sich auch in allen anderen Fächern mehr anzustrengen. In der achten Klasse ist sie schließlich so gut, dass sie, um endlich unter Gleichaltrigen sein zu können, ihrem Wunsch gemäß, eine Klasse überspringen konnte. Viele ihrer Lehrer, sagte sie, unterstützten sie darin.
Immer wieder, erzählte sie den Schülerinnen und Schülern, die gebannt lauschten, musste sie Hürden überwinden und strengte sich besonders an, wenn sie einen schulischen Misserfolg erlebt hatte. Und während sie anfangs glaubte, dass Misserfolge daraus resultierten, dass manche Mitmenschen ihr nicht wohlwollend begegneten, bemerkte sie irgendwann, dass jeder Erfolg nur und allein in ihrer eignen Schaffenskraft lag und nicht von anderen abhing. Genau das wollte Warda der Klasse als Botschaft mit auf den Weg geben: Erfolg liegt in jedem selbst. Heute ist sie nebenher als Lektorin für deutsche Texte tätig, was ihr angesichts der anfänglichen Zeit ohne jegliche Deutschkenntnisse viel bedeutet.
Ihr großes Ziel, ihr Traum, wie sie sagte, bestehe darin, in etwa zwanzig Jahren ein Krankenhaus in ihrer früheren Heimat Irak zu eröffnen, da den ärmsten Menschen dort vielfach der Weg zu medizinischer Versorgung verwehrt bliebe. Um dieses große Ziel zu erreichen, verfolge sie Schritt für Schritt kleinere Ziele: Nach dem Abitur begann sie das Studium der Medizin und ist hier in ihrem fünften Jahr. Kleine Ziele verfolgen hieß darum die zweite Botschaft an die Klasse.
In der zweiten Stunde sollten sich die Schülerinnen und Schüler nun selbst Ziele überlegen, zuerst schulische, dann auch private, die sie auf Karteikarten notierten. Alle hatten im Grunde dasselbe schulische Ziel: Das Schuljahr erfolgreich zu absolvieren und gute Noten zu bekommen. Bei den privaten Zielen setzten sich die Schülerinnen und Schüler Ziele wie sich gesünder zu ernähren, mehr Sport zu treiben, mehr auf die Eltern zu hören oder schlicht glücklich zu sein. Dann beschrieben sie, wie sie diese Ziele erreichen wollten und bekamen als Tipp mit auf den Weg, ein gesetztes Ziel innerhalb von drei Tagen anzugehen, um es nicht aus den Augen zu verlieren. Mit Applaus verabschiedeten die Klasse 8a und Herr Seitz die InteGREATer, ehe diese die neunte Klasse aufsuchten, um ihr Programm dort ebenso vorzustellen.
Bericht Philipp Seitz

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