Friedrich-von-Schiller Gemeinschaftsschule Reilingen

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Arnim Töpel stellt Grundschülern seinen Roman "Isch, de Krutze" vor / Lesung wird vom Freundeskreis kräftig unterstützt

Foto: Schwetzinger Zeitung
Foto: Schwetzinger Zeitung

Er ist Alleinunterhalter, Musiker, Kabarettist, Autor und ein überzeugter Verfechter des Dialekts: Arnim Töpel, der seit Jahren die Bühnen nicht nur der Region bespielt, auch an der Nordsee kennt man mittlerweile das kurpfälzische Idiom, sondern auch schon fünf Kriminalromane um seinen Kommissar Günda, genannt „de Tschief“, Leiter der Sokodo, die Sonderkommission für Vun-do-Schpreschla“, geschrieben hat.Seit einiger Zeit ist er auch mit seinem ersten Kinderbuch, „Isch, de Krutze“, auf dem Markt vertreten. Sein Protagonist, der Lars, wohnt in Glickersbach und hat gemeinsam mit seinem Großvater eine Mission: Rette Glickerbacherisch. Wobei Glickersbach für alle Orte steht, in denen noch Dialekt gesprochen wird, so wohl auch in Reilingen. Immerhin weilte Töpel am Dienstag in der Schiller-Schule und rührte kräftig die Trommel für die Muddersprooch. Ermöglicht hatte den Auftritt der Freundeskreis der Schule, der am Freitag sein 25-jähriges Bestehen feiert und aus diesem Anlass den Grundschülern den Vormittag gesponsert hatte.Das Buch hat die Grafikerin Irina Brunsch nach Ideen von Töpel reich bebildert und noch mehr Bilder hatte er zu seinem Vortrag mitgebracht, so dass die Kinder die Protagonisten und die Handlung auch visuell erleben konnten. Also, im Mittelpunkt steht der Lars, gestraft mit Hochdeutsch sprechenden Eltern und gesegnet mit einem im Dialekt verwurzelten Opa. Was in einer Umgebung des Hochdeutschen, auch in der Schule wird die Mundart nicht geduldet, geschweige denn von seinen Mitschülern praktiziert, nur zu Problemen führen kann.

Keine Gnade für das „Hingl“

Das fängt schon beim Namen an. Seine Lehrerin spricht ihn mit einer gefühlten Millionen R aus – Larrrrrs“, er selbst bevorzugt das erdige, dem A verhaftete „Laaas“. Um weiteren unschönen Momenten aus dem Weg zu gehen gibt sich Lars, in Anlehnung an den letzten Mohikaner und weil er der letzte vom Stamm der Glickerbacherisch-Babbelnden ist, einen Indianernamen: Roger, besser „de Rottscha“.Doch die Verwirrungen hören nicht auf. Als die Lehrerin den Namen eines Frühstückseier legenden Tieres an die Tafel geschrieben wissen will und die Schüler auffordert, ruhig nach dem Hören zu schreiben, gibt es Lob für einen Drittklässler, Lars ist 9 Jahre alt, der „Hun“ an die Tafel schreibt. Wohingegen das orthografisch korrekte „Hingl“ von Lars abgestraft wird.Und dann stirbt der Opa und „vermacht“ seinen Enkel, den Krutze, an seine Stammtischbrüder de A, de Anna und de Häddscht, die im „Roten Ochsen“ residieren. Rentner mit jeder Menge Zeit und alsbald die besten Freunde vom Rottscha. Doch als seine Mutter die Freunde zum Kaffee einlädt und Lars anmerkt, dass sie wohl lieber Bier als Kakao trinken würden, mit Ausnahme vom Häddscht, der trinkt Weinschorle, steht er plötzlich ganz allein da.Eine Geschichte, gespickt mit witzigen Einfällen, Erinnerungen an die Schulzeit und Reflexionen über eine Welt, in der der Dialekt zur aussterbenden Sprache wird. Den Kindern hat’s gefallen, insbesondere die Bilder kamen bei ihnen an und die Lehrerinnen kugelten sich vor Lachen. Zwar ist der Krutze ein Kinderbuch, doch so richtig zünden will es erst mit einem gewissen Abstand zur Schulzeit, für Grundschüler ist der Stoff zu abstrakt. Zumal wenn sie dem Autor im schönsten Reilinger-isch versichern, keinen Dialekt zu sprechen. Davon abgesehen – jedem Erwachsenen kann man das Buch nur empfehlen. Besser noch als Hörbuch oder im Vortrag von Arnim Töpel, denn dann kann man sich gleichzeitig an dessen allerliebsten kurpfälzischen Idiom, mit einer leichten walldörferischen Einfärbung, erfreuen und den Wert der Sprooch neu ermessen.

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