Friedrich-von-Schiller Gemeinschaftsschule Reilingen

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Internationaler Holocaust-Gedenktag

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
 
 
Im Jahr 2005 ernannten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum internationalen Holocaust-Gedenktag, dem Tag, an dem der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. Auf den Tag genau vor 75 Jahren wurde an diesem Tag das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau durch sowjetische Soldaten befreit, das sinnbildlich für all die grausamen Opfer des Zweiten Weltkriegs steht.
Die Friedrich-von-Schiller Gemeinschaftsschule begeht diesen Tag jährlich mit einer Gedenkfeier. In diesem Jahr organisierten die Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrer Beate Erlitz, Carina Weber und Philipp Seitz mit den achten, neunten und zehnten Klassen das Andenken in der Aula der Schule.
Rektor Falk Freise sprach zu Beginn einige Worte und erinnerte daran, wie wichtig es sei, dass das Andenken an die Opfer dieser schrecklichen Zeit bewahrt wird, um unsere demokratischen Werte in der Gegenwart und in der Zukunft zu schützen. Er verwies auf die derzeit parallel stattfindende Ausstellung in der Aula, „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“, die noch bis Donnerstag zu sehen ist.
Nach den Eröffnungsworten schilderten Schüler der zehnten Klasse, wie unfassbar groß die Zahl allein der ermordeten Kinder war: Über 1,5 Millionen fielen der nationalsozialistischen Gewalt zum Opfer. Sie zogen den Vergleich zu sich selbst und brachten zum Ausdruck, wie diese Kinder ebenso Träume und Wünsche an das Leben hatten, die nicht erfüllt wurden, wie sie wohl mit Talenten geboren waren, die sie nicht zeigen durften, wie sie genauso spielten, weinten oder lachten, ehe die Tötungsmaschinerie der Nazis ihrem jungen Leben ein Ende bereitete. Zuvor wurden sie gewaltsam von Mutter und Vater, von ihren Großeltern und anderen Verwandten getrennt. Kaum vorzustellen, mit welcher Angst sie den Mördern ausgeliefert waren. Dann verlasen die Zehntklässler einige Tagebucheinträge dieser Kinder, wie z. B. den von Eva Heymann, 13 Jahre alt, die schrieb u. a.: „[…] ich würde in einem heimlichen Versteck warten, […] solange sie mich nur nicht töten, wenn sie mich nur am Leben ließen.“
Schüler der Klasse 9a von Klassenlehrer Philipp Seitz schlugen den Bogen zur derzeit stattfindenden Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“, durch die sie selbst auch führen. Sie erwähnten den europäischen Aspekt der seit einigen Jahren erstarkenden rechtspopulistischen Bewegung, verwiesen z. B. darauf, dass rechte Parteien bei der letzten Europawahl viele Sitze erringen konnten. Sie verwiesen des Weiteren darauf, dass auch nach dem Ersten Weltkrieg ein Rechtsruck durch Europa ging und sich zahlreiche Staaten neben Deutschland zu Diktaturen entwickelt hatten. Die Gefahr, die demokratischen Werte, die Menschenrechte zu verlieren, sei genauso jetzt erneut gegeben und der Wortschatz der rechtspopulistischen Parteien ähnele heutzutage frappierend oft dem der damaligen Machthaber, wenn heutige Politiker z. B. von Volk und Nation sprechen – statt von Europa und Zusammenhalt. Darum sei es wichtig, den neuen alten Phrasen, die Minderheiten und Andersdenkende ausgrenzten, um Wählerstimmen zu bekommen, entschieden entgegenzutreten, gerade wenn diese Sätze im Freundeskreis fielen, denn auch damals begann die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten mit verbalen Ausgrenzungen, ehe die Gewalt Einzug halten konnte.
 
 
Sie schlossen ihren Vortrag mit den dazu passenden Worten des Theologen Martin Niemöller: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Schließlich beendete Rektor Freise die Veranstaltung, indem er zu einer gemeinsamen Schweigeminute aufrief, der sich alle anwesenden Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften anschlossen.
(Philipp Seitz)

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